Aufstellen der Maistange

An jedem ersten Wochenende im Mai stellen wir im Zentrum unseres Ortes den Maibaum auf. Nicht nur für die Erwachsenengruppe, sondern vor allem ist dies für die Kindergruppen eine großartige Gelegenheit, ihr Können ihren Familien und der gesamten Dorfbevölkerung darzubieten.

Aufstellen der Maistange 2010

Niederntudorf 30. April 2010. Trotz angekündigtem Regen ist es beim Aufstellen der Maistange und an der SGV-Hütte trocken geblieben. Wir haben wirklich Glück gehabt mit dem Wetter und teilweise schien sogar die Sonne. Die Maistange konnte ohne Probleme aufgestellt werden und schmückt nun die Tudorfer Dorfmitte. Die Kindergruppen und die Gruppe Twerwind haben super vorgetanzt und gezeigt, was sie im Jahr so alles gelernt haben. Dabei ist auch immer Verlaß auf unsere drei Musiker Regina, Walter und Otto. Am Abend wurde dann von Bier bis Maibowle alles probiert und die Grilltruppe um Günter Ewers sorgte für leckere kross gebratene Würstchen und Schnitzel.



Aufstellen der Maistange 2010
Foto: Hubert Schlömer11-02-15

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Mer Info

Das 13. Jahrhundert als Vorbild für unseren Maibaum?

In den letzten Jahren sind wird oft darauf angesprochen worden, warum wir für unseren Maibaum gerade diese Form gewählt haben. Warum wir nicht - wie viele andere - einen mit Bändern umwickelten Stamm mit vielen Emblemen gewählt haben. Daher an dieser Stelle eine kurze Erklärung und ein kleiner Exkurs in die Geschichte, denn der Maibaum ist keine Erfindung der Neuzeit.

In alten Kulturen sahen die Menschen im Baum ein Gleichnis des Lebens und seiner Gesetze – das ist unser Ansatzpunkt.
Die Art des Maibaums, wie wir ihn aufstellen, entspricht der Art der Maibäume, die schon im 13. Jahrhundert errichtet wurden.
Fast immer wurde eine gerade gewachsenen, geschälte Fichte gewählt, deren Krone – als eigentlicher Träger der Segenskraft – stehen gelassen wurde. An einem zentralen Dorfplatz wurde diese dann durch die Muskelkraft der jungen Männer des Dorfes aufgestellt. Begleitet wurde dies durch ein großes Fest mit Tanz, Gesang und Wein. Hiermit sollte die Einheit und der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft symbolisiert werden. Gleichzeitig bat man auf diese Weise um Gesundheit, Erntesegen und Reichtum.

Warum musste die Fichte geschält sein? Damit das Eindringen des Bösen, z.B. von Hexen oder des Teufels getarnt als Käfer, zwischen Stamm und Borke verhindert wurde. Geschmückt wurde der Baum mit ein bis drei Kränzen, an den bunte Bänder, Würste oder Schinken angeracht wurden. Später dann – ab dem 18. Jahrhundert – schmückte man den Baum dann auch mit Emblemen des örtlichen Handwerks. Sicherlich ist nicht mehr alles so wie früher, aber dennoch entspricht „unser“ Baum in seiner Gestaltung und der Art des Aufrichtens einer der frühesten Traditionen des Maibaumaufstellens.